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Drogeninformation im Internet

Das Internet bietet vielfältige Möglichkeiten sich über Drogen, den Umgang mit ihnen, Risiken und Nutzen zu Informieren. Ebenso können eigene Erfahrungen, Meinungen oder Fragen anderen zugänglich gemacht und darüber diskutiert werden. Leider ist es nicht immer einfach sachlich korrekte Informationen von Anti-Drogen-Propaganda oder Drogen-Verherrlichung zu unterscheiden. Daher haben wir einige Seiten aufgelistet in denen mit der nötigen Offenheit, Toleranz und Verantwortung informiert und diskutiert wird. Am besten ist es wohl aber sich möglichst viele verschiedene Informationen zuzuführen um sich eine eigene Meinung bilden zu können.

Generell lässt sich zwischen passiven Quellen, die hauptsächlich aus verschiedenen fertigen Texten bestehen und aktiven Quellen in denen eigene Fragen gestellt und mitdiskutiert werden kann (aber nicht muss) unterscheiden.

passive Quellen

Im Internet (oder besser gesagt im WWW (= World Wide Web), das ist der Teil mit den HTML-Seiten) gibt es zahlreiche Homepages die meist von Privatpersonen, Vereinen oder öffentlichen Institutionen betrieben werden. Auf ihnen wird mit verschiedenen Texten, Erfahrungsberichten und Lexikon-artigen Datenbanken über alle Bereiche der Drogenproblematik informiert. Allerdings finden sich sehr viele Seiten auf denen aufgrund verschiedenster Motive bewusst und unbewusst unsachliche, verfälschte oder einfach falsche Beiträge veröffentlicht werden und somit eine große Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellen. Vor allem Sekten, Vereine und öffentliche Stellen übersehen gerne Fakten.

Infotexte befassen sich mit einem beliebigem Thema in unterschiedlicher Detailliertheit und stammen meist von Einzelpersonen, Vereinen oder sind aus einer Online-Community heraus entstanden. Safer-Use-Anleitungen (für sicheren Konsum), historische Berichte, drogenpolitische Darstellungen und wissenschaftliche Hintergründe dominieren hier das Themenfeld.

Eine FAQ (Frequently Asked Questions = am häufigsten auftauchende Fragen) ist eine Sammlung von Fragen, die immer wieder zu einem bestimmten Thema auftauchen. Daher ist die Gewichtung einzelner Unterpunkte z.T. sehr verschieden und fragmentiert. Dafür bieten sie oft genau die wichtigsten Informationen, die der Einsteiger sucht.

In Foren, Newsgruppen und Mailinglisten kommt es häufig vor, dass sich die Leute nicht mit den bereits vorhandenen Inhalten auseinandersetzen, sondern einfach drauf los posten, was zu unnötigem Schreib-/Leseaufwand, Datenmüll und Traffic führt, sowie die Übersichtlichkeit verschlechtert. Bevor man sich an einer interaktiven Community beteiligt sollte immer die FAQ gelesen werden, auch wenn es nur eine kleine Frage ist.

Um die User über einen interessanten Bereich auf dem laufenden zu halten werden Newsletter zum abonieren angeboten. Das ist wie eine Zeitung, die in regelmäßigen Abständen (täglich, wöchentlich, monatlich, etc.) erscheint und per Email empfangen wird.

aktive Quellen

Wer selber aktiv sein will oder Fragen hat kann sich auf vielfältige Weise betätigen. Am geläufigsten dürften die verschiedenen Diskussionsplattformen (Forum, Chat) sein. Dort können selber Diskussionen zu Fragen, Problemen oder der eigenen Meinung eröffnet, andere Diskussionen verfolgt, oder einfach nur recherchiert werden, was andere Menschen so denken. Um das Internet ausschöpfen zu können, werden einige Programme angeboten die zwar nicht unbedingt erforderlich sind, aber wesentlich den Nutzungskomfort (auch für die anderen) erhöhen. Ebenso ist die Einhaltung gewisser Verhaltensregeln (Netikette) zu empfehlen, die schon der gesunde Menschenverstand vorgibt.

Allerdings ist hier auch eine gewisse Vorsicht geboten: Es gibt viele Menschen, die aus emotionalen oder ähnlichen Gründen falsche Informationen verbreiten und damit eine große Gefahr gerade für unerfahrene Konsumenten darstellen. Da niemand die Inhalte des Internets vollständig kontrollieren kann, ist es schwer sie kenntlich zu machen. In einem offenen Forum wird es immer pro- und contra-Stimmen geben, aber so ein Forum kann auch komplett aus unsachliche oder falschen Informationen bestehen.

In einer sachlichen Diskussion wird dir niemand deine Meinung vorschreiben wollen, sondern höchstens zum Nachdenken und selber Informieren anregen!

Am einfachsten kann man sich an einem der zahlreichen Diskussionsforen beteiligen. Sie bieten die Möglichkeit sich schnell, unkompliziert und anonym zu informieren. Ebenso können bereits existierende Diskussionen nachgelesen werden. Dafür werden keine speziellen Programme oder Vorkenntnisse (außer Rechtschreibung) benötigt, sondern einfach nur ein Webbrowser (wie Internet Explorer, Netscape, Firefox) und gegebenenfalls eine eMail-Adresse.

Wer gerne eMails schreibt, kann sich in eine Mailingliste eintragen. Hier verschickt jeder seine Mails an einen Verteiler, der sie an alle anderen Mitglieder der Liste weiterleitet. So kann sich jeder daran beteiligen und antworten oder einfach nur mitlesen.

Newsgruppen stellen eine weitere Plattform zum Gedankenaustausch dar. Sie befinden sich in einem dezentralen Netzwerk von Newsservern (NNTP-Server) organisiert und stellen quasi eine Mischung aus Diskussionsforum und eMail dar. Man braucht sich dort aber nicht anzumelden und kann mit einigen Vorkehrungen vollkommen anonym diskutieren. Für längere Diskussionen empfiehlt sich die Nutzung eines Newsreader-Programms. Die bekannteste deutschsprachige Newsgruppe ist: news:de.soc.drogen

Wem das nicht schnell genug ist, der kann in einem Chat mitdiskutieren. Hier schreiben sich die Teilnehmer in Echtzeit, als ob sie mit einander reden würden (engl. chatten = plaudern). Neben vielen Charträumen im World-Wide-Web gibt es das IRC-Netzwerk, auf das mit einem IRC-Client zugegriffen wird.

Eine relativ neue Entwicklung ist die wiki-Technik. Die Wiki-Seiten können ähnlich einer Homepage aufgebaut werden und jeder Besucher kann sich daran in beliebigem Umfang ohne jegliche Programmierkenntnisse beteiligen. Sei es mit kleinen Ergänzungen und Korrekturen oder großen Beiträgen. Ein fortgeschrittenes Wiki ist wie ein Nachschlagewerk, das ständig ergänzt wird. So existiert zum Beispiel das Portal Drogen bei Wikipedia.

Andreas Schult
Verein für Drogenpolitik e.V.
www.drogenpolitik.org