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Polizisten als Dealer - und einer nimmt selbst Kokain (2003-07-23) Newshawk: Kalle Pubdate: 11.7.2203 Source: Berliner Morgenpost Contact: redaktion@berliner-morgenpost.de Copyright: © Berliner Morgenpost Website: morgenpost.berlin1.de Webpage: morgenpost.berlin1.de/archiv2003/030711/berlin/story615817.html Polizisten als Dealer - und einer nimmt selbst Kokain Von Dirk Banse und Michael Behrendt Der Verdacht gegen drei Berliner Polizisten, mit Rauschgift gehandelt zu haben und bestechlich gewesen zu sein, hat sich erhärtet. Wie die Berliner Morgenpost aus Polizeikreisen erfuhr, wurde zumindest im Haar eines der Beschuldigten Kokain nachgewiesen. In seiner Wohnung wurden zudem Utensilien zum Drogenkonsum sichergestellt. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die drei Beamten des gehobenen Dienstes der Direktion 5 (Kreuzberg, Friedrichshain, Neukölln) wegen "bandenmäßigen Rauschgifthandels", Bestechlichkeit, Vorteilsnahme, Begünstigung und Strafvereitlung. Wie jetzt bekannt wurde, sollen mindestens zwei der inzwischen suspendierten Polizisten türkischer Abstammung sein. Die Beamten waren Mitglieder der "Fahndungs- Aufklärung- und Observationseinheit" (FAO), die an Schwerpunkten der Kriminalität eingesetzt wird. In der Direktion 5 sind die Brennpunkte des Drogenhandels seit Jahren die Hasenheide, das Kottbusser Tor und einige Bahnhöfe der Linie 8. Durch einen Tipp aus dem Milieu kam vor mehr als einem Jahr der Verdacht auf, dass die Fahnder selbst in Rauschgiftgeschäfte verwickelt sein könnten. Nach monatelangen Ermittlungen in den eigenen Reihen stand fest, dass die Beamten ihren Beruf vorerst nicht mehr ausüben dürfen. Polizeisprecher Karsten Gräfe: "Aufgrund der Schwere der strafrechtlichen Vorwürfe hat der Behördenleiter entschieden, dass es nicht zu vertreten ist, die Beamten weiterhin Dienst versehen zu lassen." Vor zwei Wochen waren die Diensträume und Wohnungen der Beschuldigten durchsucht worden. Nach Informationen der Berliner Morgenpost sollen dabei auch die Drogenutensilien entdeckt worden sein. Aus Polizeikreisen verlautete, dass die drei Polizisten Drogenverkäufe zugelassen, sie nicht gemeldet und dafür die Hand aufgehalten haben sollen. Nun muss geklärt werden, ob sie möglicherweise auch Drogen, die von ihnen bei Razzien gegen die Dealerszene beschlagnahmt worden waren, selbst verkauft oder genutzt haben. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Den Männern steht ein Prozess bevor, Untersuchungshaft wurde bislang allerdings nicht angeordnet. |