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Jeder zweite Schüler hat Erfahrung mit Drogen (2003-07-30) Pubdate: 29.07.03 Source: Frankfurter Rundschau Contact: leserbrief@fr-aktuell.de Copyright: © Frankfurter Rundschau Website: www.fr-aktuell.de Online: www.fr-aktuell.de/ressorts/frankfurt_und_hessen/frankfurt/?sid=768637 bb177444d89c5ee17ce9d5050a&cnt=260440 Jeder zweite Schüler hat Erfahrung mit Drogen Studie macht Aussagen über Einstiegsalter und Konsum / Angst vor strafrechtlicher Verfolgung schreckt nicht ab Mehr als die Hälfte der Jugendlichen in Frankfurt haben Erfahrungen mit illegalen Drogen - dies geht aus einer Untersuchung des Centers for Drug Research (CDR) hervor, die das Frankfurter Drogenreferat in Auftrag gegeben hat. Überraschend ist der "relativ hohe" Konsum von Schnüffelstoffen. An der Befragung nahmen etwa 1500 Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren teil. Sie gaben anhand eines Fragebogens, den sie in Abwesenheit von Lehrern ausfüllten, Auskunft darüber, wo, wie und warum sie zu legalen und illegalen Drogen greifen. Zudem wurde ihr Freizeitverhalten erfasst. Die Untersuchung ergab, dass das Einstiegsalter für Zigaretten im Schnitt bei 13,3 Jahren liegt, für Cannabis bei 15,1 und für harte Drogen bei 16,6. Mehr als die Hälfte der Schüler gaben an, im Monat vor der Befragung mindestens einmal betrunken gewesen zu sein. 53 Prozent haben schon mal Cannabis geraucht, etwa 31 Prozent sind "erfahrene" und 16 Prozent "Intensivkonsumenten". "Erfahrungen mit Heroin und Crack gibt es hingegen nur vereinzelt", sagt Bernd Werse vom CDR, das dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt angeschlossen ist. Ein weiteres Ergebnis ist, dass die Zahl der Drogen konsumierenden Jugendlichen, die im Sportverein aktiv sind, nicht geringer ist. Werse zieht daraus die Schlussfolgerung, dass Sportinstitutionen "aktive Präventionsarbeit" leisten müssten. Auffällig sei, dass die Angst vor strafrechtlicher Verfolgung kaum einen davon abhalte, zu illegalen Drogen zu greifen. Bestätigt habe die Untersuchung zudem die Annahme, dass bei Jugendlichen aus dem islamischen Religionskreis größere Hemmschwellen bestehen, legale und illegale Drogen sowie Alkohol zu sich zu nehmen. Die Schülerbefragung ist eines von vier Modulen einer Untersuchung, die in Frankfurt regelmäßig stattfinden soll. Es werden zudem Experten aus der Drogen- und Jugendhilfe sowie Trendscouts und Personen aus der Drogenszene befragt. Bei der vorgestellten Studie handle es sich um die erste wissenschaftliche Untersuchung, die den Drogenkonsum von Jugendlichen beleuchte, erklärt Regina Ernst, Leiterin des Frankfurter Drogenreferats. Da Vergleichszahlen fehlten, könne keine Aussage darüber gemacht werden, ob beispielsweise das Einstiegsalter "besonders hoch ist oder nicht". Ernst betont aber schon jetzt: "Wir müssen uns der Realität stellen, dass Drogen im Großstadtalltag eine zunehmend große Rolle spielen." Der Drogenkonsum entwickle sich bei Jugendlichen sehr unterschiedlich und führe nicht immer zur Sucht. "Anhand weiterer Ergebnisse können wir künftig konkreter reagieren", so Ernst. top |