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Aufklären statt abschrecken (2003-08-25) Pubdate: 22/08/2003 Source: Lausitzer Rundschau Contact: lr@lr-online.de Copyright ©: Lausitzer Rundschau Website:www.lr-online.de/ Webpage: www.lr-online.de/nachrichten/laurundschau/kommentare/1066,304664.html?fCMS=0f6770bb440d1d2850d3996d14f3350d Aufklären statt abschrecken Von Jürgen Becker Die jüngsten Zahlen aus Brandenburg, Sachsen, und Sachsen-Anhalt belegen: Haschisch, Cannabis, Ecstasy und Opiate sind in den neuen Ländern weiter auf dem Vormarsch. Dass der einst fast «jungfräuliche» Osten bei der Rauschgiftkriminalität nahezu mit dem Westen gleichgezogen hat, zeigt, dass die deutsche Drogenpolitik gescheitert ist. Würden nüchterne Fakten zählen, wären rationale Argumente und eine daran ausgerichtete Politik statt Dogmen und quasi-religiöser Eifer gefragt – die jüngsten Zahlen müssten die Politiker eigentlich zum Umdenken zwingen. Mit der Kriminalisierung der Drogen-Konsumenten haben sie nichts erreicht. Verbote bewirken offensichtlich nichts. Einfach nur immer mehr Strafverfahren gegen 14- bis 16-Jährige Kinder einzuleiten, hat mit Pädagogik, mit Vorsorge und Schutz der Gesundheit nichts mehr zu tun. In Holland haben Erfahrungen gezeigt, dass ein Verzicht auf die Bestrafung von Cannabiskonsumenten nicht zwangsläufig dazu führt, dass deutlich mehr Leute Haschisch oder härtere Drogen zu sich nehmen. Dort sind die Konsumenten besser erreichbar. Denn wer etwas streng Verbotenes tut, gibt das in der Regel nicht zu. Mit Jugendlichen, die, wenn sie sich outen, kriminalisiert werden, ist schlecht zu diskutieren, welche Gefahren Rauschmittel bergen. Junge Menschen müssen aber lernen, verantwortungsbewusst mit Drogen, die ohnehin fast flächendeckend in der Region zu haben sind, umzugehen. Offensive Aufklärung bringt mehr als pauschale Verurteilungen. Wer schon Drogen nimmt, dem sollte wenigstens erklärt werden, wie er es vermeidet, abzustürzen. Denn selbst noch mehr Repression wird heute niemanden mehr davon abhalten, Haschisch zu rauchen. |