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PM JES: Teil der Union will Menschen zurück ins Elend schicken! (2006-04-03) Pressemitteilung JES NRW e. V. vom 03. April 2006 2003 startete der auf drei Jahre begrenzte Modellversuch mit medizinischem Heroin, das ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht an OpiatkonsumentInnen abgegeben wurde, die mit dem Methadon-Programm nicht zu erreichen waren. Dieser Versuch hat sich nach einstimmiger Überzeugung der Fachwelt für die überwiegende Zahl der beteiligten DrogengebraucherInnen sehr positiv ausgewirkt. Deren Gesundheit wurde meist sichtlich stabilisiert und in nicht wenigen Fällen sind die TeilnehmerInnen - zuvor meist undenkbar - inzwischen in Arbeit. Wenn nun Teile der Unionsfraktion im Bundestag ihre ideologischen Vorbehalte oder gar kleinliche Rechnerei über fachliche Erkenntnis stellen, dann ist dies nicht nur kurzsichtig, sondern auch zutiefst menschenverachtend! Bezeichnend fällt auf, dass Vertreter der Union, die - etwa als BürgermeisterIn einer am Versuch beteiligten Kommune - nah am Thema sind, geschlossen für die Weiterführung der Behandlung votieren und somit für einen Abschluss des Genehmigungsverfahrens. "Es scheint bei den skeptischen Vertretern der Union also nicht primär um Sachargumente zu gehen, sondern um Emotionen. Die allerdings waren bei Thema Drogen noch nie sonderlich hilfreich“, sagt Mathias Haede vom Vorstand des Landesverbands der Drogenselbsthilfe, JES NRW e. V.. Die Union spricht z. B., spürbar befremdet, davon, das Heroin müsse dann ja legalisiert werden. Dies ist richtig. Es würde dann sauber hergestellt und zu einem legalen verschreibungsfähigen Medikament. Aber auch Morphium ist heute schon legal - und wird trotzdem (oder gerade deswegen!) i. d. R. nicht auf der Drogenszene an der Ecke gehandelt, wie Mathias Haede betont. JES NRW erwartet daher von der regierenden Koalition, dass sie die rechtlichen Voraussetzungen dafür schafft, den am Versuch Beteiligten das brutale Schicksal einer Rückkehr auf die Szene und damit oft den jähen Rücksturz ins Elend zu ersparen! Eine Partei, die das C im Namen führt, sollte da eigentlich nicht lange überlegen müssen! Köln, den 03. April 2006 |