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Ketamin

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Ketamin (Special K)

1 Substanz

Ketamin = 2-(2-Chlorphenyl)-2-methylaminocyclohexanon Ketamin (Ketaminhydrochlorid) liegt in der Regel flüssig als Lösung vor und wird daher sowohl oral als auch intramuskulär oder intravenös konsumiert. In kristalliner Form kann es geschnupft werden. In England gibt es Ketamin auch in Pillenform, wo es häufig mit Ecstasy verschnitten ist. Ketamin ist ein Narkosemittel. Es wird primär in der Veterinärmedizin eingesetzt, ist jedoch auch in der Humanmedizin gebräuchlich. Hier vornehmlich zur Einleitung und Durchführung von Vollnarkosen und zur Schmerzstillung in der Notfallmedizin, meistens in Kombination mit Valium oder anderen starken Schlafmitteln, um die in der Medizin unerwünschten Nebenwirkungen (heftige Träume, auch unangenehmer Art) zu unterbinden. Diese Nebenwirkungen sind jedoch der Grund, warum Ketamin seit langem im Kreise der erlauchten Psychonauten als Droge geschätzt und neuerdings nicht mehr nur von Psychologen, Psychiatern und anderen Bewusstseinsforschern genutzt wird, sondern auch immer häufiger in der Party- und Schwulenszene gebraucht wird.

2 Wirkung

Mit Beginn der Wirkung kommt es häufig zu einer fragmentarischen Auflösung der Umwelt sowie des Körperempfindens. Dies kann soweit gehen, dass man sich komplett losgelöst von Umwelt und Körper fühlt beziehungsweise keine Grenzen mehr zwischen sich und der Umgebung wahrnimmt. Das Erleben eines Ketamin-Rausches kann man grob mit einem Wachtraum vergleichen. Bei geschlossenen Augen kann es zu sehr lebhaften, farbenprächtigen und eindrucksvollen Traumbildern kommen. Kommunikation auf verbaler Ebene ist unter Umständen nur mit großen Anstrengungen und Schwierigkeiten zu bewältigen, Gedanken können plötzlich abreißen und der rote Faden kann sehr leicht verloren gehen. Bei hohen Dosierungen, insbesondere bei intramuskulärer oder intravenöser Einnahme, ist aufgrund der starken narkotischen Wirkung jegliche Körperbewegung nahezu unmöglich. Bei intravenöser Einnahme (was von erfahrenen Ketamin-Liebhabern überhaupt nicht empfohlen wird) setzt die Wirkung innerhalb von wenigen Sekunden ein. Bei den allgemein üblichen Einnahmeformen (intramuskuläre oder nasale Applikation) setzt die Wirkung nach drei bis fünf Minuten ein und dauert etwa eine halbe Stunde. Danach fühlt man sich noch eine Weile etwas benommen und sollte sich noch mindestens eine Stunde Zeit zum Ruhen und Entspannen gönnen.

3 Hinweise bezüglich der Dosierung

Nur in sehr geringen Dosierungen (maximal 20 bis 25 Milligramm) ist Ketamin als Partydroge geeignet, da in höheren Dosierungen die "Knie weich werden". In diesen eher kleinen Dosierungen wird Ketamin meistens als "Farbwürze" zu anderen Drogen wie LSD genommen. Die optimale Dosierung für einen "richtigen Abflug" liegt bei 1,5 bis maximal 2 Milligramm pro Kilo Körpergewicht, also in der Regel zwischen 100 und 150 Milligramm. Einen genussvollen "Abflug" erlebt man am besten bequem sitzend oder liegend. Der Drang auf die Toilette zu müssen, kann während der Hochphase einer Ketamin-Reise beschwerlich sein, da jedes herumlaufen (sehr) anstrengend sein kann. Darum sollte man vor der Reise unbedingt nochmals auf die Toilette gehen. Es kommt vor, dass man während der Einwirkung des Ketamins inkontinent ist. Das heißt, man ist nicht in der Lage, seinen Harn willkürlich zurückzuhalten und es kommt zum unfreiwilligen Abgang von Harn. Dies gilt vor allem bei hohen Dosierungen. Die richtige Dosis für eine volle Erfahrung liegt bei 150 Milligramm nasal (45 min Session), bei der man den Körper die meiste Zeit gar nicht oder kaum spürt. Bei kleinen Dosierungen (20 bis 50 Milligramm), wie sie bei manchen Leuten in der Klubszene beliebt sind, wird man leicht konfus, deliriös, gerät "out of ones mind" und neigt zum Rumkaspern, wobei man sich wegen des Kontrollverlustes leicht verletzen kann, wenn keiner auf einen aufpasst - kein guter Ersatz fürs Besoffensein!

4 Risiken und Nebenwirkungen

Es kann leicht zu Übelkeit kommen. Es wird dringend geraten, während der Erfahrung zu liegen, da bei hoher Dosierung die Gefahr gegeben ist, in sich zusammenzusacken oder gar in Ohnmacht zu fallen. Es besteht die Gefahr, sich zu verletzen und es nicht einmal zu bemerken, weil das Schmerzempfinden je nach Dosierung mehr oder weniger ausgeschaltet ist. Generell hat Special K kein körperliches Abhängigkeitspotenzial. Bei einzelnen Personen kann es jedoch das Verlangen auslösen, sich immer wieder in diese multiplen fraktalen Räume und Traumwelten begeben zu wollen, sodass es mit der Zeit zu einer gewissen Gewöhnung an die Substanz kommen kann.

  • Die intravenöse Injektion muss langsam (während 60 Sekunden) erfolgen. Eine raschere Injektion, wie auch eine Überdosierung, kann zu Atemdepressionen und starkem Blutdruckanstieg führen.
  • Barbiturate und Ketamin dürfen nicht aus der gleichen Spritze injiziert werden, da sie chemisch unverträglich sind und ein Präzipitat (Niederschlag) bilden.
  • Nach Dosierungen von mehr als 100 Milligramm Ketamin sind Bewegungen anstrengend und schwierig, da die Körperkontrolle stark beeinträchtigt wird.
  • Übelkeit und Brechreiz können vor allem dann auftreten, wenn Ketamin nach dem Essen auf vollen Magen geschluckt oder nach Alkoholkonsum eingenommen wird.
  • Das Sprechen kann äußerst anstrengend sein und die Sprache verwaschen und lallend.
  • Eine Hirndrucksteigerung wird häufig beobachtet, ebenso eine Erhöhung des Innenaugendrucks. Deshalb sollten Personen, die am so genannten Grünen Star (Glaukom) leiden, keinesfalls Ketamin konsumieren.
  • Sehstörungen sowie vermehrter Speichel- und Tränenfluss können auftreten.
  • Ketamin beeinträchtigt Wahrnehmung und Reaktionsvermögen. Es erhöht somit die Gefahr von Unfällen und Verletzungen.

5 Safer Use

  • Die Umgebung sollte vor der Ketamin-Einnahme gut vorbereitet sein: Ketamin ist eine Chill-Out- und Wohnzimmerdroge und sollte niemals in einer stressigen Umgebung genommen werden. Jeder braucht einen bequemen Platz zum Sitzen oder Liegen.
  • Auf eine angenehme, möglichst vertraute und warme Umgebung ist zu achten. Vor allem die Qualität von Reizen wie Musik, Deko (Licht und Bilder) und Umgebungstemperatur haben erfahrungsgemäß einen großen Einfluss auf die Ketamin-Reise.
  • In der Phase der vollen Ketamin-Wirkung sind nahezu alle körperlichen Tätigkeiten mit außerordentlichen Anstrengungen verbunden. Die Musik sollte darum vor der Einnahme des Ketamins auf- oder eingelegt werden.
  • Ketamin sollte niemals eingenommen werden, wenn man noch unerfahren und alleine ist, da immer unerwartete Nebenwirkungen auftreten können und man eventuell auf die Hilfe anderer angewiesen ist.
  • Ketamin ist eine sehr stark bewusstseinsverändernde Droge. Obwohl sie während der Erfahrung auch das Angstzentrum zu dämpfen scheint, sodass trotz der enormen Intensität der Wirkung kaum Leute wirklich panisch reagieren, gibt das Erlebte nach dem Abflauen der Wirkung ganz schön zu denken. Darum ist genügend Zeit einzuplanen, um nach der Ketamin-Reise das mitunter völlig inner-außer-weltlich Erlebte in Ruhe reflektieren zu können.
  • Die Fähigkeit zur sicheren aktiven Teilnahme am Straßenverkehr sowie zur sicheren Bedienung von Maschinen ist im Zeitraum von mehreren Stunden nach der Ketamin-Einnahme nicht gewährleistet.

6 Mischkonsum

LSD und Ketamin

LSD und Ketamin in Kombination wird sowohl im Party-Setting als auch im Rahmen psychonautischer Ausflüge gebraucht, wobei im Party-Setting Ketamin wesentlich niedriger zu dosieren ist als bei den rein psychonautischen Trips. Im Party-Setting wird Ketamin während der vollen LSD-Wirkung zur plastischen Aufhellung oder Intensivierung des LSD-Trips in Dosierungen zwischen 20 und 25 Milligramm nasal konsumiert (1 Gramm Ketamin ergibt 50 Portionen à 20 Milligramm oder 40 Portionen à 25 Milligramm, 1 Gramm Ketamin-HCL entspricht 867 Milligramm Ketamin-Base und 1 Gramm Ketamin-Base entspricht 1,153 Gramm Ketamin-HCL). Höhere Dosierungen sind im Party-Setting ungeeignet, da bei höheren Dosierungen das Reaktionsvermögen und die Artikulationsfähigkeiten eingeschränkt sind. Zudem werden bei höheren Dosierungen die Knie weich, das heißt, sitzen oder liegen ist angesagt. Höhere Dosierungen von Ketamin für echte psychonautische Experimente werden vorzugsweise eher gegen Ende der LSD-Wirkung eingenommen, da die Landung von der Ketamin-Reise auf LSD von vielen Psychonauten als hart und manchmal recht unangenehm beschrieben wird. Wenn die LSD-Wirkung nahezu gleichzeitig mit der Ketamin-Wirkung ausklingt, fällt die Landung hingegen weicher aus und die Erholungsphase nach dem Trip wesentlich angenehmer und entspannter. Bei der Kombination von LSD und Ketamin in hoher Dosierung ist Ketamin das Hauptgericht und LSD die Würze. Für junge und unerfahrene Drogenkonsumenten ist diese Kombination als ungeeignet zu bezeichnen, da man schon recht viel Erfahrung braucht, um die Eindrücke aus diesen Erlebniswelten gut verdauen zu können.

Ecstasy (MDMA) und Ketamin

Ecstasy ist eine Gefühlsdroge und fühlt sich meistens wunderbar aufheiternd an. Viele Konsumenten berichten, dass sie sich energetisch und emotional geöffnet und liebevoll fühlen. Die meisten Ecstasy-Konsumenten berichten, dass ihre erste Erfahrung mit der Substanz absolut himmlisch war und einen starken Eindruck hinterließ. Die darauf folgenden Erfahrungen sind zumeist immer noch angenehm, können aber mit der ersten Initiation nicht standhalten. Dauerhafte und wohltuende Erfahrungen resultieren in den meisten Fällen bei den späteren Ecstasy-Einnahmen aus einer tiefen Verbundenheit mit anderen Personen. Bei kleinen Ketamin-Dosierungen um 20 bis 25 Milligramm nach der Ecstasy-Einnahme bleibt das Gefühl der eigenen Identität, der Erinnerung und vor allem der Fähigkeit, das physische Umfeld wahrzunehmen und damit zu interagieren, erhalten, was bei Dosierungen von mehr als 100 Milligramm im Allgemeinen bei den meisten Konsumenten nicht mehr der Fall ist. Geringe Ketamin-Dosierungen bis zu 25 Milligramm verleihen der Ecstasy-Wirkung mehr Farbe, ergänzen sie durch mehr bildhafte Visionen (manchmal leichte Halluzinationen) und bereichern sie vor allem durch mehr Assoziationen, das heißt durch mehr Verknüpfungen aus Erinnerungen, Phantasievorstellungen und archetypischen Eigenheiten mit der aktuell gegebenen Situation sowie mit den aktuell sinnlich wahrgenommenen Eindrücken. Eine geringe Ketamin-Dosierung zu Ecstasy wird von den allermeisten Konsumenten als angenehm, wohltuend und bereichernd beschrieben. Zudem wird durch diese Kombination oft die Erinnerung an die erste Ecstasy-Initiation wieder wachgerufen, was ein Vergleich mit späteren Ecstasy-Erfahrungen ermöglicht und verschiedenen Erfahrungsberichten zufolge eine vertiefte Reflexion auf die eigenen Reaktionsmuster auf die Substanz MDMA begünstigen soll. Hohe Ketamin-Dosierungen brechen die Kontinuität der gewohnten sinnlichen Wahrnehmungen abrupt ab, kappen mehr oder weniger den Bezug zur physischen Außenwelt. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf eine virtuelle und dabei doch völlig real erlebbare Hyperwelt. Das Wirkungsprofil von Ketamin in hohen Dosierungen steht diametral dem Wirkungsprofil von Ecstasy gegenüber. Ecstasy verstärkt die Kontinuität sinnlicher Wahrnehmungen, intensiviert den Bezug zur physischen Außenwelt (Körperkontakt) und lenkt die Aufmerksamkeit auf die real existierende Umgebung. Die Gegensätzlichkeit der beiden Wirkungsprofile lässt sich nicht auf einen Nenner bringen, sodass die meisten Konsumenten, die Erfahrungen mit Ecstasy in Kombination mit hohen Ketamin-Dosierungen machten, vehement von dieser Kombination abraten. Hingegen scheint Ketamin in hohen Dosierungen in der Ausklangsphase der Ecstasy-Wirkung weitaus bekömmlicher zu sein. Die unter der Ecstasy-Wirkung frisch erlebten sinnlichen Wahrnehmungen gliedern sich dann nahtlos in den Kreislauf der Bilder und Wahrnehmungen des psychedelischen Universums ein, das durch Ketamin offenbart wird.

7 Wie wirkt Ketamin im Gehirn?

Ketamin (Ketalar®, Ketanest®) gehört wie Phencyclidin (PCP, Angel Dust) zu einer kleinen Gruppe psychedelischer Narkosemittel, die in ihrer Struktur nicht mit anderen psychedelischen Wirkstoffen verwandt sind. Ketamin und Phencyclidin erzielen ihre psychedelischen Effekte nicht wie die anderen Psychedelika über eine Veränderung des Serotoninspiegels. Ketamin beeinflusst den Wirkmechanismus des Neurotransmitters Glutaminsäure, dem wichtigsten erregenden (exzitatorischen) Neurotransmitter im Zentralnervensystem. Ketamin bindet sich an eine spezifische Glutamatrezeptorart, dem NMDA-Rezeptor (N-Methyl-d-Asparat) und blockiert dabei den Wirkmechanismus dieses Rezeptors. Normalerweise wird über diesen Rezeptor die Öffnung eines Calcium-Ionen-Kanals gesteuert, wobei Glutaminsäure-Moleküle bei dem Rezeptor den Impuls des Öffnen des Kanals auslösen, sodass Calcium-Ionen aus dem synaptischen Spalt in die Nervenzelle einströmen können und dort ihrerseits eine Reihe von intrazellulären Prozessen aktivieren. Ketamin behindert die Wirkung der Glutaminsäure, der Ionen-Kanal bleibt verschlossen, Calcium-Ionen können nicht in die Nervenzelle einströmen und die Nervenzelle verharrt im inaktiven Zustand. Schmerzen werden dadurch nicht mehr weitergeleitet und auch nicht mehr wahrgenommen. Die Blockade der an diesen Rezeptor gebundenen Informationsvermittlung bewirkt eine funktionelle Entkopplung bestimmter Regulationssysteme des Mittelhirns und der Großhirnrinde vom Thalamus. Die Wahrnehmung und Einordnung von optischen und akustischen Signalen und anderen Reizen erfolgt nicht mehr in gewohnter Weise, sondern nur noch in fragmentarischer Form. Ähnlich wie bei einer sehr starken Aktivierung der Serotoninrezeptoren werden dann nur noch einzelne voneinander völlig unabhängige Bilder ohne Zusammenhang verarbeitet respektive mit stark veränderten Assoziationen und Bedeutungszuordnungen.

Quelle:
Cousto, H.: Drogen-Mischkonsum - safer-use-info
http://www.nachtschatten.ch/prod/buch_491.htm


Ketamin Infotext


Erstellt 09-06-2003
Letzte Aktualisierung 29-06-2003
Name Ketamin
Szenenamen K, Kate, Ket, Kitty, Lady K, Special K, synthetisches Kokain, Vitamin K
Wirkstoff Ketaminhydrochlorid (2-(2-Chlorophenyl)-2-(methylamino)-cyclohexanon [hcl])
Strukturformel
       Cl   O
   ___/     \\__
  /   \     /   \
 < ( ) >---<     >
  \___/   / \___/
       H-N
         |
         CH3
Vorkommen synthetisch
Stoffklasse Narkosemittel (dissoziativ)
Marktformen klare Flüssigkeit, kristallines weißes Pulver
Konsumformen i.m., i.v., nasal, oral, subkutan
Dosierung 200 - 450 mg (oral), 50 - 150 mg (nasal), 30 - 120 mg (i.v., i.m.)
Wirkeintritt 15 - 20 min (oral), 5 min (nasal), 2 - 5 min (i.m.), unter 1min (i.v.)
Wirkdauer 1.5 - 2 h (oral), 1 - 1.5 h (nasal), 40 - 80 min (i.v., i.m.)
physische Effekte Ketamin löst eine partielle oder vollständige Analgesie (Schmerzlosigkeit) aus. Oft kommt es zu Übelkeit oder Brechreiz. Neben Ohmacht oder Narkose sind Bewegungsunfähigkeit oder Lähmung möglich. Ebenso beeinträchtigte oder fehlende Koordination. Geschmacks- und Geruchssinn werden beeinträchtigt bis abgeschaltet.
psychische Effekte Der Ketaminrausch ist schlecht mit dem anderer Drogen zu vergleichen. Er ist dissoziativ wie bei PCP oder DXM. Es kommt zu einer fragmentarischen Auflösung der Umwelt und des Körperempfindens, bei hoher Dosis auch vollständiges lösen von Körper und Umwelt, bzw. verschmelzen damit. Es treten Kommunikationsstörungen auf und der Gedankenfaden reißt häufig ab. Ferner kann der Konsument das Gefühl der Schwerelosigkeit oder zu schweben haben. Oft treten Halluzinationen mit fantastischen Farben und Formen auf. Bei geschlossenen Augen kommt es häufig zu lebhaften Traumbildern. Alptraumartige Szenen sind möglich genauso wie Nahtodes-Erlebnisse und Tunnelvisionen. Die Akustik wird verzerrt. Erinnerungen an das Erlebte sind oft nur teilweise möglich.
Wirkmechanismus Wirkort und -mechanismen der vielfältigen Ketamin-Effekte sind noch nicht restlos geklärt. Der am meisten relevante Wirkort befindet sich am N-Methyl-D-Aspartat (NMDA)-Rezeptorkomplex. Es handelt sich dabei um einen komplexen Subtyp des Glutamat-Rezeptors mit mehreren Bindungsstellen. Die Aminosäure Glutamat ist ein wichtiger Neurotransmitter des Zentralen Nervensystems (ZNS), wo sie einen Kalziumeinstrom bewirkt, der vielfältige intrazelluläre Prozesse induziert. Ketamin hat dort eine nicht ausgleichbare antagonistische Wirkung unter Verwendung der Phenzyklidin-Bindungsstelle am NMDA-Rezeptor. Ketamin hemmt ebenfalls die NMDA-unempfindlichen Glutamatrezeptoren. Weiterhin wirkt es hemmend auf die periphere Wiederaufnahme von Katecholaminen (Gruppenbezeichnung für die aromatischen Amine Adrenalin, Noradrenalin und deren Vorstufe Dopamin, die im Nebennierenmark gebildet werden) an synaptischen Endplatte mit Verstärkung endogener, wie exogener Katecholamineffekte. Dadurch wird die zentrale und periphere monoaminergene Übertragung verstärkt. Ketamin beeinflusst das cholinergene System, in dem es die NMDA-Rezeptor-abhängige Acetylcholin-Freisetzung verhindert. Nikotinergene und muskarinergene Rezeptoren werden davon relevant beeinflusst. Es gibt Hinweise auf eine zumindest teilweise Vermittlung der analgetischen und dysphorischen Wirkungen über agonistische Wirkungen auf Opiat-Rezeptoren. Jedoch ist diese 10.000-fach geringer als bei Morphinum. Es wurde auch gezeigt, daß der GABA-Rezeptorkanal (GABA-LOC, ligand-operated ion channels) einen Wirkort von Ketamin darstellt. Es verhindert vermutlich die Freisetzung von GABA, Serotonin, Dopamin und Norepinephrin. Weiterhin kommt es zu einer ausgeprägten kardiovaskulären Stimulation ie erhöhtes Herzvolumen, gesteigerte Herzfrequenz, erhöhter Puls und erhöhter Venendruck, bzw. Arteriendruck. Durch Überstimulation des ZNS oder Induktion eines kataleptischen Stadiums wird eine Amnesie ausgelöst. Das thalamoneocorticale System wird gedämpft, das limbische aktiviert. Ketamin wirkt auf das periphere Nervensystem sowohl depressiv (durch Blockade des Membranstroms) als auch exitatorisch (durch Modifikation der Natrium-Kanal-Fraktion). Es hat nur geringe viscale analgetische Effekte, dafür aber ausgeprägte somatische. Protektive Reflexe wie Lidschlag-, Husten-, Schluck-, Pharyngealreflex (Würgereflex) werden nicht beeinträchtigt.
Geschichte 1962 erstmals von Dupont synthetisiert wurde es in der Medizin als Anästhetikum eingesetzt, einige Zeit später aufgrund von Nebenwirkungen wie Halluzinationen und Delirien bei Patienten nach der Narkose nur noch sehr vorsichtig verwendet. Heute findet es vor allem in der Veterinärmedizin seine Anwendung und nur noch im Notfall beim Menschen.
Kurzzeit-Risiken Die Risiken von Ketamin liegen vor allem in den analgetischen und narkotisierenden Effekten. So besteht die Gefahr plötzlich in Ohnmacht zu fallen und Zusammenzusacken und sich dabei zu verletzen ohne es zu merken. Bei heißen Getränken besteht akute Verbrennungsgefahr. Beim i.v.-Konsum kann man die Wirkung und damit die Ohnmacht einsetzen, solange die Nadel noch in der Vene steckt. Ketamin verursacht starke Wechselwirkungen mit anderen Drogen und sollte daher nicht kombiniert werden. Es ist vor allem für Anfänger ungeeignet, da es heftige außerkörperliche Erfahrungen hervorruft, die das Weltbild aus den Fugen geraten lassen können.
Langzeit-Risiken Das Risiko beim längeren Gebrauch und Missbrauch besteht neben vermuteten Organschäden vor allem in einer psychischen Abhängigkeit. Ketamin ruft keine, oder nur geringe, Entzugserscheinungen hervor, kann aber wie alle anderen Drogen auch das Verlangen nach ständiger Wiederholung des Rausches fördern. Zudem stellt sich recht schnell eine Toleranz ein, so dass die Dosis immer weiter gesteigert werden muss. Gedächtnisprobleme sind eine mögliche Folge andauernden Konsums ebenso wie psychische Störungen.
Nicht anwenden bei arteriellem Aneurysma, Atemwegserkrankungen, Epilepsie, Glaukom, Herzinsuffizienz, Herzmuskelerkrankungen, Herzfehler, Herzinsuffizienz, Hyperthyreose, Hypertonie, Leberinsuffizienz, Mitralinsuffizienz, Niereninsuffizienz
Rechtsstatus verschreibungspflichtiges Arzneimittel (D)
Hinweise Ketamin sollte aufgrund seiner intensiven Wirkung niemals spontan genommen werden. Es ist besser während des Trips zu liegen um Verletzungen zu vermeiden. Während der Reise sind die meisten Tätigkeiten sehr anstrengend und sollten vorher erledigt werden. In Pillenform wird Ketamin häufig mit MDMA verschnitten oder manchmal als MDMA verkauft. (in letzter Zeit verstärkt aus GB berichtet, auf dem deutschen Markt eher selten) Die Analgetischen Effekte können noch bis zu 24 Stunden nach der Narkose andauern, worauf vor allem Autofahrer achten sollten.
Links http://de.wikipedia.org/wiki/Ketamin
http://leda.lycaeum.org/?ID=148
http://www.drogen-wissen.de/dr_k.html
http://www.drogenring.org/dxm/ketamin.html
http://www.drogenscreening.info/ketamin.htm
http://www.eclipse-online.de/ketamin.html
http://www.gifte.de/Drogen/ketamin.htm
http://www.jugendinfo.de/party-project/infos/ketamin.html
http://www.partypack.de/Ketamin.39.0.html
http://www.saferparty.ch/substanzen.php?target=ketamin
http://www.drugscouts.de/substances/269