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PM 26 Kann die Jamaika-Koalition funktionieren?- Der Jamaika-Test des VfD bringt Licht ins Dunkel 22.September 2005 Können CDU/CSU, FDP und Grüne gemeinsam Deutschland regieren? Der Verein für Drogenpolitik e.V. hat zur Beantwortung dieser Frage den "Jamaika-Test" entwickelt. Anstelle von Koalitionsverhandlungen wird an einem exemplarischen Gesetzgebungsverfahren empirisch die Handlungsfähigkeit einer Jamaika-Koalition getestet. Gegenstand des Gesetzes: eine staatliche Regulierung des Cannabishandels in Deutschland. Jede Partei muss dabei Kompromisse eingehen und alte Positionen verlassen. Gleichzeitig kann jede Partei Wahlziele umsetzen. Wird das Gesetz erfolgreich beschlossen, ist die Jamaika-Koalition möglich, scheitert die Cannabisregulierung, misslingt auch die Jamaika-Koalition. Die Aufgabe für die Parteien lautet wie folgt: Seit 30 Jahren steigt in Deutschland der Cannabiskonsum an, z. Zt. konsumieren etwa 3-7 Mio. Deutsche Cannabis. Problematisch ist dabei der fehlende Jugendschutz und die immer jünger werdenden Konsumenten. Heute kann in jeder weiterführenden Schule Cannabis erworben werden. Zudem werden jedes Jahr mehr Straftaten wegen Cannabis(besitz) bearbeitet, 2003 waren es 149.000. Gleichzeitig entgehen dem Finanzamt jährlich 2 bis 2,5 Mrd. Euro, die allein eine direkte Cannabissteuer (inkl. Umsatzssteuer) einbringen würde.1 Auf der anderen Seite werden erwachsene Bundesbürger an der nach GG Art. 2 geschützten "freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit" gehindert. Die bisherige Strategie einer polizeilichen Bekämpfung des Drogenmarktes soll nun durch eine marktwirtschaftliche Methode ersetzt werden. Die Rahmenbedingungen des Jamaika-Tests: In Anlehnung an die Empfehlung der jamaikanischen "National Ganja Commission", die dem Prime Minister von Jamaika die Cannabisentkriminalisierung empfahl, sollen die vier Parteien ein Cannabisregulierungsgesetz beraten und verabschieden.2 Die Eckdaten sind dem "Globalen Cannabisregulierungsmodell" des VfD entnommen: http://www.drogenpolitik.org/download/global2004/Globales_Modell_Cannabis.pdf
Notwendige Kompromisse und eingelöste Wahlversprechen der einzelnen Parteien:
Scheitert dieses verhältnismäßig kleine und unbedeutende Gesetzgebungsverfahren, sind Koalitionsverhandlungen aussichtslos. Die Verabschiedung eines gemeinsamen Bundeshaushalts oder einer Arbeitsmarktreform ist dann vollkommen unrealistisch. Daher schickt der Verein für Drogenpolitik e.V. den Jamaika-Test an alle Parteivorsitzenden und Bundestagsabgeordneten und empfiehlt Ihnen, nach den Sondierungsgesprächen am heutigen Donnerstag, mit dem Jamaika-Test zu beginnen. Glück auf! Mit freundlichen Grüssen, Tilmann Holzer, 1. Vorsitzender des Vereins für Drogenpolitik e.V. Mobil: 0160-97964223 oder holzer@drogenpolitik.org Verein für Drogenpolitik e.V. (VfD) 1 Berechnungen des Deutschen Hanfverbandes aufgrund internationaler Studien: http://www.hanfverband.de/start.php#2 2 http://www.stcl.edu/faculty_pages/faculty_folders/terrell/csa/jamacrpt.doc |